Start des Projekts in der IGS Brake

Heute ist ein Artikel über unser Projekt "Schulen machen Schüler zu Lebensrettern: Prüfen-Rufen-Drücken" in der NWZ erschienen. Anlass war der Start des Projekts in der IGS Brake!

 

Kampf dem plötzlichen Herztod

22.05.2019, Kerstin Seeland

Leben retten will gelernt sein. Der Verein "Aktion gegen Herzflimmern" war jetzt in der IGS Brake zu Gast und demons-trierte, was bei einem plötzlichen Herzstillstand zu tun ist.

 

Brake Unter dem Motto "Prüfen! Rufen! Drücken!" wurden jetzt fünf Lehrkräfte und zwei Sozialarbeiter der IGS Brake von dem Verein "Aktion gegen Herzflimmern" zu Ersthelfern bei Herz-Kreislauf-Stillstand ausgebildet.

"Schulen machen Schüler zu Lebensrettern: Prüfen-Rufen-Drücken" ist ein gemeinsames Projekt der Gesundheitsregion Jade-Weser. Diese setzt sich zusammen aus den Landkreisen Wesermarsch, Friesland, der Stadt Wilhelmshaven und dem Verein "Aktion gegen Herzflimmern". Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert.

Ziel des Projekts ist es, Schüler der fünften bis zehnten Klasse jahrgangsorientiert zu Ersthelfern bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu schulen und sie während der der einzelnen Schuljahre weiter zu trainieren, sodass die Handlungen automatisch abgerufen werden können.

Um die Schüler genau unterweisen zu können, waren zunächst die Lehrkräfte an der Reihe. Nach einer theoretischen Einführung durch die Projektkoordinatorin und Rettungsassistentin Maike Brötje ging es an die praktische Übung. Die IGS hatte schon im Vorfeld einen Klassensatz Übungsdummys angeschafft, an denen die Lehrer und Sozialarbeiter unterwiesen wurden. Diese sind insbesondere für Schüler leicht handhabbar. Nur wenige Handgriffe sind notwendig, um den Dummy bereit zu machen. Jeder Schüler wird später seinen eigenen Dummy haben, an dem trainiert wird.

Für die Zukunft soll diese Unterweisung zur Implementierung des Projekts in den Unterricht dienen. Einmal pro Schuljahr sollen dann Unterrichtseinheiten von 90 Minuten, eventuell im Sportunterricht oder im Rahmen einer Projektwoche, angeboten werden.

Als Erstes soll die Person angesprochen beziehungsweise angefasst werden. Es soll geprüft werden, ob der Betreffende noch atmet. Ist dies nicht der Fall, sollen die Schüler dann Personen zur Hilfe holen - und diese (oder selbst) sollen einen Notruf unter 112 absetzen. Anschließend, so wurde es am Dummy geübt, soll etwa 100 Mal in der Minute fest auf den Brustkorb gedrückt werden, um einen Notkreislauf aufzubauen. "Das soll so lange geschehen, bis Hilfe eintrifft", erklärt Maike Brötje. "Beatmen muss man in dieser Situation nicht", führt Michael Mindner, Anästhesist und Leiter des ärztlichen Rettungsdienstes Wilhelmshaven, weiter aus, "denn im Körper befindet sich noch genug Sauerstoff, der jedoch durch das Drücken fest auf die Mitte des Brustkorbes weiter durch den Körper transportiert werden soll."

Für einige Lehrer war dies das erste Mal, dass sie eine solche Übung selbst durchführten. Schnell merkten sie, dass dies doch sehr anstrengend werden kann. Durch den Eingriff eines Ersthelfers können aber auch Leben gerettet werden.

"Wir von der Aktion Herzflimmern verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den bestehenden Angeboten", unterstreicht Michael Mindner. In der nächsten Zeit werden noch weitere weiterführende Schulen in der Wesermarsch einbezogen.

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